Paludikultur: Studie zum Moor am Schanzbühl erfolgreich abgeschlossen
Moore sind echte Klimaschützer. Wenn sie nass bleiben, speichern sie Kohlenstoff im Boden und helfen dabei, unsere Landschaft widerstandsfähiger gegen Trockenheit und Starkregen zu machen. Genau hier setzt die Paludikultur an – also die Nutzung nasser Moorflächen, ohne sie trockenlegen zu müssen. Für eine nachhaltige Landnutzung in Baden-Württemberg ist das ein wichtiges Zukunftsthema. Deshalb beschäftigt sich die LSBW intensiv mit der Frage, wie solche Lösungen ganz praktisch vor Ort aussehen können.
Die Studie auf einen Blick
Im Auftrag des Ministeriums für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg hat die LSBW eine Studie zu einem konkreten regionalen Standort erarbeitet: dem Niedermoor „Schanzbühl“ südlich von Bad Waldsee-Enzisreute im Landkreis Ravensburg. Ziel der Untersuchung war es, zu prüfen, ob und wie sich dieser Standort für ein mögliches Modellvorhaben zur Paludikultur eignet – also für eine zukunftsfähige Nutzung nasser Moorflächen in der Region.
Worum ging es in der Untersuchung?
Die Studie hat zentrale Fragen in praxisnaher Weise betrachtet:
- Ist der Standort grundsätzlich geeignet?
- Wie könnte wieder mehr Wasser in der Fläche gehalten werden?
- Welche Nutzung passt zu einem nassen Moorstandort?
- Welche Chancen ergeben sich für Klima, Natur und Region?
- Welche Partner und nächsten Schritte wären für eine Umsetzung wichtig?
Die wichtigsten Erkenntnisse
Die Untersuchung zeigt: Der Standort Schanzbühl bietet gute Voraussetzungen, um Paludikultur weiterzudenken.
Besonders deutlich wurde, dass eine Wiedervernässung – also ein gezieltes Anheben des Wasserstands – einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz und den Erhalt des Moorbodens leisten kann. Gleichzeitig eröffnet sie neue Möglichkeiten für eine standortgerechte Nutzung.
Als besonders gut geeignet wurde vor allem eine Nasswiesen-Nutzung eingeschätzt. Das bedeutet: Die Fläche bleibt feucht oder nass und kann dennoch sinnvoll bewirtschaftet werden. Das geerntete Pflanzenmaterial könnte zum Beispiel weiterverarbeitet werden – etwa zu Pflanzenkohle, einem vielseitig nutzbaren Material mit Potenzial für Klima- und Bodenschutz.
Die Studie macht außerdem deutlich: Für künftige Projekte braucht es gute Abstimmung mit Eigentümerinnen und Eigentümern, Bewirtschaftenden, Behörden und möglichen Partnern vor Ort. Paludikultur ist deshalb nicht nur eine Frage der Fläche, sondern auch der Zusammenarbeit.
Was bedeuten die Ergebnisse für die Region?
Für die Region rund um Bad Waldsee zeigt die Studie, dass Paludikultur keine ferne Idee ist, sondern ein realistisches Zukunftsthema. Sie kann helfen,
- Moorböden zu schützen,
- das Klima zu entlasten,
- Wasser besser in der Landschaft zu halten,
- die Artenvielfalt zu stärken
- und neue regionale Perspektiven für die Nutzung von Flächen zu entwickeln.
Damit liefert die Untersuchung eine wertvolle Grundlage für weitere Projekte – in Oberschwaben und darüber hinaus.
Die Rolle der LSBW
Die LSBW bringt bei Zukunftsthemen wie Paludikultur ihre Erfahrung in Flächenentwicklung, Projektsteuerung und regionaler Zusammenarbeit ein. Die Studie zum Schanzbühl zeigt: Die LSBW begleitet solche Fragen nicht nur fachlich, sondern denkt sie gemeinsam mit den Beteiligten vor Ort weiter. So entstehen konkrete Grundlagen für Lösungen, die Klimaschutz, Landnutzung und regionale Entwicklung zusammenbringen.
Fazit
Die abgeschlossene Studie zum Moor am Schanzbühl in Bad Waldsee-Enzisreute zeigt, welches Potenzial in Paludikultur steckt. Sie macht sichtbar, wie aus einem sensiblen Landschaftsraum ein Ort für zukunftsorientierte Lösungen werden kann.
Paludikultur ist ein wichtiges Thema für morgen – und die LSBW setzt sich schon heute aktiv damit auseinander. Die Studie ist damit ein wertvoller Schritt auf dem Weg zu einer nachhaltigen und regional verankerten Nutzung von Moorflächen in Baden-Württemberg.

